Kurz vor dem Abschluss - zwei Studierende berichten

 

Ihrem Schulende sind die beiden Studierenden Maike Scheffer und Maik Nibbrig aus Rheine schon sehr nahe. Bis zum Ende haben beide durchgehalten und sind zuversichtlich, Ende Januar mit einem guten Abschluss ins Berufsleben einsteigen zu können.

Maike Scheffer, 18, begann vor zweieinhalb Jahren im Vorkurs abends, wechselte dann in den Abendkurs und ist nun Abschlusskandidatin. Nach Grundschule und Förderschule fand sie in diesem Schultyp die ideale Möglichkeit, den Mittleren Bildungsabschluss nachzuholen.

In den Augen ihres Familien- und Freundeskreises war dieser  Schritt mutig, unterstützte sie aber immer wieder, besonders, als sie einen „Durchhänger" im zweiten Semester hatte. Als ihr Problemfach nennt sie Englisch, zumal sie vorher noch kein Englisch in Schulen gelernt hatte. In den anderen Fächern kam sie ordentlich zurecht, wenngleich sie „nicht mega viel dafür getan“ hat, wie sie schmunzelnd meint.

Als Tipp für zukünftige Interessenten nennt sie regelmäßige Teilnahme und kontinuierliches Arbeiten. Im übrigen seien die Stundenaufteilung und das Stoffkonzept gut und das Kollegium stehe bei Problemen immer zur Verfügung. Beruflich möchte sie ihren Abschluss nutzen für eine Ausbildung zur Altenpflegerin.

Mit einer anderen Schulbiographie kam Maik Nibbrig, 33, an die Abendrealschule. Aber schon als Jugendlicher hatte er das Berufsbild Immobilienkaufmann vor Augen, und für den benötigt er den Mittleren Bildungsabschluss.

Seine berufliche Belastung ist enorm: In seinem (mit Hauptschulabschluss) erlernten Beruf des Elektrikers arbeitet er täglich  von 7.00 – 15.30 Uhr, um dann nach einer kurzen, 30-minütigen Verschnaufpause die „zweite Schicht“ zu fahren: Die Abendrealschule.

Die Schule hat ihm bisher Spaß gemacht. „Nur selten hatte ich das Gefühl: Ab auf die Couch!“ Natürlich war es hart für ihn, so zum Beispiel im Fach Französisch. Aber irgendwie geht es für ihn ohne  diese Herausforderung nicht. Daher hat er auch schon den Besuch des Abendgymnasiums geplant, wiederum neben seinem Beruf.

Nur in den Ferien konnte er seine Batterien wieder aufladen, hatte dann aber schon wieder „Bock auf Schule“. Familie und Freunde hatte ihn anfangs belächelt, jetzt feuern sie ihn jedoch an und hoffen mit ihm auf einen guten Abschluss.

Geschwächelt hat er  nach eigenen Angaben nicht, jedoch hat er eine gewisse Verflachung seiner Motivationskurve festgestellt, besonders in den letzten beiden Semestern. Zu Fehlzeiten habe dies jedoch nie geführt. Kritisch stellt er fest, dass nicht immer alle Studierenden sich erwachsenengemäß verhalten, und das hat ihn im Laufe seiner zwei Jahre mitunter gestört.

Seinen abschließenden Rat für „Spätstarter“: „Wenn man eine zweite Chance erhält, sollte man sie unbedingt nutzen.“

Beide Studierende sind derselben Auffassung: Geschenke erhält man – Zeugnisse muss man sich erarbeiten.